Notfall-App smarter funktioniert auch ohne Netz

19. Februar 2018

Starke Unwetter und andere Naturkatastrophen treten auch in Deutschland immer häufiger und heftiger auf. Dabei kann es schon mal zu größeren Stromausfällen kommen, die mehrere Tage oder Wochen andauern. Wenn der Strom ausfällt, dann geht nicht nur das Licht nicht, sondern auch das Telefonnetz sowie das Internet fallen aus. Ebenso ist das Mobilfunknetz nicht gegen Stromausfälle nicht gewappnet. Für den Fall, dass ein größerer Netzausfall eintritt, hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zusammen mit dem VDI und anderen Partnern eine App entwickelt, die den Menschen in Krisensituationen helfen soll.

Diese App heißt "smarter" und ermöglicht es Menschen, in einer Krisensituation vor allem wichtige Informationen zu bekommen, Hilfskräfte zu erreichen und geliebte Menschen zu kontaktieren. smarter ist dabei nicht auf das Mobilfunknetz angewiesen, sondern bildet ein sogenanntes Ad-hoc-Netzwerk. Das bedeutet, dass sich die Smartphones über die WLAN-Schnittstelle untereinander zu einem Netzwerk verbinden. Dazu dürfen die Geräte maximal 200 Meter voneinander entfernt sein. Damit Daten über eine längere Strecke transportiert werden können, ist das Netzwerk auf die Mobilität einzelner Teilnehmer angewiesen. Um die Daten letztendlich zu übermitteln reicht es aus, wenn ein Smartphone Zugang zum Mobilfunknetz oder WLAN hat.

Die App smarter bietet verschiedene Funktionen, die in Krisensituationen helfen sollen. So kann man z.B. einen Notruf senden, damit die Einsatzkräfte zielgerichtet helfen können. Auch kann man ein Lebenszeichen abgeben, um Angehörigen und Freunden zu zeigen, wo man sich befindet und wie es einem geht. Im Umkehrschluss kann man über die App auch vermisste Menschen mit dem Personenfinder ausfindig machen. Diese werden dann gebeten, ein Lebenszeichen zu schicken. Eine weitere wichtige Funktion ist das "Schwarze Brett". Über das schwarze Brett können Waren und Dienstleistungen bereitgestellt und gefunden werden. So kann man selbst Hilfeleistungen wie Essen oder eine Unterkunft anbieten und sehen wo andere Hilfsgüter zur Verfügung stehen. Auch Aufgaben wie das Füllen von Sandsäcken können über das schwarze Brett koordiniert werden. Zusätzlich verfügt smarter auch über eine Nachrichtenfunktion, mit der verschlüsselte Mitteilungen an einen bestimmten Empfänger gesendet werden können. Mit der Funktion "Informationen des BOS" können offizielle und aktuelle Nachrichten der Behörden empfangen werden.

Die App smarter liefert einen wichtigen Beitrag zum Katastrophenschutz in Deutschland. Momentan ist die App ein reines Forschungsprojekt und noch nicht marktreif. Auch setzt smarter ein gerootetes Android-Smartphone voraus. Die App hat ihren ersten Praxistest im September 2017 erfolgreich abgeschlossen und wird hoffentlich bald verfügbar sein.

Für weitere Informationen schaut doch mal auf der Projekt-Webseite von smarter vorbei: http://smarter-projekt.de/

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