LCD, OLED oder AMOLED - Alle Display-Technologien im Vergleich

13. März 2018

Smartphone-Displays haben sich in den letzten Jahren ständig weiterentwickelt. Wenn man sich für Smartphones interessiert stolpert man schon mal über Begriffe wie AMOLED, IPS und Super-LCD. Was sich hinter diesen Benennungen verbirgt und worauf ihr beim Smartphone-Kauf achten müsst, zeigen wir euch in diesem Beitrag.

Wenn man Smartphone-Displays vergleicht, so betrachtet man in erster Linie verschiedene physikalische Größen. Wir haben einmal die wichtigsten Kenngrößen für euch aufgelistet und erklären euch, was die einzelnen Messwerte bedeuten.

Bildschirmauflösung: Die Auflösung eines Bildschirms gibt das Verhältnis von Höhe und Breite in Pixel an. Ein FullHD-Display mit einer Auflösung von 1920 x 1080, hat also 1920 Pixel in der Breite und 1080 Pixel in der Höhe. Bei einem Display mit gleicher Größe und einer höheren Auflösung liegen auf der gleichen Fläche mehr Pixel, wodurch das Bild schärfer und detailreicher dargestellt wird. Beim nächsten Handykauf ist also ein Smartphone mit höherer Bildschirmauflösung zu empfehlen.

Pixeldichte: Noch wichtiger als die Auflösung ist die Pixeldichte. Die Pixeldichte wird in ppi (Pixel per Inch, Bildpunkte pro Zoll) angegeben und gibt den Abstand zwischen den Pixeln an. Je mehr Pixel auf einem Zoll liegen, desto kleiner ist der Abstand zwischen den Pixeln. Für Monitore ist eine Pixeldichte von 96 ppi normal. Bei Smartphones wird häufig schon eine Pixeldichte von 300 bis 500 ppi erreicht. So sieht das Bild auch bei einem geringen Betrachtungsabstand immer noch gestochen scharf aus.

Bildschirmhelligkeit: Die Bildschirmhelligkeit gibt die Lichtintensität an,  mit der das Display leuchtet. Die Bildschirmhelligkeit wird in cd/m² (Candela pro Quadratmeter) angegeben. Ein helleres Display verbraucht zwar mehr Strom, lässt sich aber auch bei Gegenlicht, z.B.: Sonnenlicht, noch gut lesen. Moderne Smartphone-Displays leuchten mit rund 500 cd/m²

Kontrast: Der Kontrast gibt den Helligkeitsunterschied zwischen einem weißen und einem schwarzen Pixel an. Bei einem Kontrast von 100:1 leuchtet das weiße Pixel also 100 mal heller als das schwarze Pixel. Auch hier gilt, je besser der Kontrast desto besser das Bild.

Blickwinkelstabilität: Unter Blickwinkelstabilität fasst man im Allgemeinen die Größe des möglichen Betrachtungswinkels eines Bildschirms, innerhalb dessen sich die Helligkeit und die Farbtreue nicht ändern. Eine hohe Blickwinkelstabilität ermöglicht es also seitlich auf das Display zu schauen und immer noch ein scharfes Bild erkennen zu können.

Farbtreue: Unter Farbtreue versteht man die Fähigkeit eines Displays Farben möglichst natürlich wiederzugeben. Ein Display mit hoher Farbtreue zeigt also Farben besser an als ein Display mit geringer Farbtreue.

LCD & Super-LCD

Die wohl bekanntesten Displays sind sogenannte Liquid Crystal Displays (LCD). Diese bestehen aus einer Schicht Flüssigkristalle, die ihre Ausrichtung ändern, wenn man eine Spannung anlegt . So kann gesteuert werden wie viel Licht durch die Kristallschicht gelangt.  Die Kristallschicht wird von hinten mit LEDs beleuchtet. Durch einen Farbfilter auf der Kristallschicht werden die Farben erzeugt. Da LC-Displays ganzflächig beleuchtet werden, wird das Bild immer ohne Flimmern und Verzerrungen angezeigt.
Super-LCD oder auch S-LCD Bildschirme sind eine Weiterentwicklung klassischer LCD Bildschirme, bei denen die Luftschicht zwischen dem Displayglas und der Anzeigeschicht wegfällt. So sind Super-LCDs flacher und es werden nervige Reflexionen hinter dem Displayglas vermieden.

TFT

TFT steht für Thin Film Transistor und beschreibt im Wesentlichen eine bestimmte Bauart von LC-Displays. Bei TFT-Bildschirmen werden die einzelnen Flüssigkristalle über sogenannte Dünnschichttransistoren (Thin Film Transistor) mit Spannung versorgt. Jeder Flüsigkristall ist mit drei Transistoren ausgestattet für die Grundfarben Rot, Grün und Blau. Über einen Farbfilter werden die einzelnen Farbwerte gebildet.

IPS

IPS steht für In Plane Switching und beschreibt eine verbesserte Version der TFT-Displays. Bei herkömmlichen  LC- und TFT-Displays richten sich die Flüssigkristalle vertikal zur Displayfläche aus. Bei IPS-Displays richten sich die Flüssigkristalle hingegen horizontal zur Displayfläche aus. Dadurch sind IPS-Displays wesentlich dünner und Blickwinkelstabiler. Im Vergleich zu TFT und LCD-Bildschirmen stellen IPS-Bildschirme Farben wesentlich authentischer dar. Somit sind IPS-Displays für ihre gute Farbtreue und hohe Blickwinkelstabilität bekannt.

OLED

OLED bedeutet Organic Light Emitting Diode, zu Deutsch organische Leuchtdiode. Eine Organsiche Leuchtdiode unterscheidet sich von einer anorganischen Leuchtdiode (LED) im Wesentlichen durch ihre Fähigkeit selbst zu leuchten. Somit brauchen OLED-Displays keine externe Hintergrundbeleuchtung mehr, die einzelnen Subpixel leuchten von sich aus. Dadurch haben OLED-Displays sehr gute Kontrastwerte, heißt das Bild ist schärfer. Auch die Farbtreue von OLED-Displays ist ausgezeichnet. Da die Subpixel selbst leuchten wird Licht in jede Richtung abgestrahlt. So entfallen jegliche Blickwinkel-Probleme, die bei LC-Displays auftreten.

AMOLED & Super-AMOLED

AMOLED-Displays sind eine Kombination der OLED-Bauweise und der Funktionsweise von TFT-Displays. AMOLED steht für Active-Matrix Organic-Light-Emitting-Diode. Hierbei werden die selbstleuchtenden organischen Dioden aus den OLED-Displays von einer aktiven Matrix aus Dünnschichttransistoren (TFT) kontrolliert. AMOLED-Displays bieten damit einen ausgezeichneten Kontrast sowie eine helle und gesättigte Farbdarstellung. Da Farben auf AMOLED-Displays eine hohe Sättigung haben, wirken Farben auf  IPS-Displays meistens natürlicher. Ein großer Vorteil der AMOLED-Displays ist die Blickwinkelstabilität.
Der Gegriff Super-AMOLED ist ein Marketing-Ausdruck von Samsung und beschreibt lediglich AMOLED-Displays die heller leuchten als herkömmliche AMOLEDs.

Retina

Retina-Display ist ebenfalls ein Werbebegriff, der alle von Apple verbauten Displays umfasst. Retina hießt übersetzt Netzhaut und bezieht sich auch die menschliche Netzhaut. Retina-Displays haben eine hohe Pixeldichte, so dass der Abstand zwischen den einzelnen Pixeln vom menschlichen Auge nicht mehr wahrgenommen werden kann. Die meisten Retina-Displays sind IPS-LCD-Displays. In seinen neusten Geräten verwendet Apple jedoch auch OLED-Displays.

Mehr zum Thema

Zurück zur Blogübersicht