Was sind die Unterschiede der Displayarten und -auflösungen?

9. Januar 2020
Was sind die Unterschiede der Displayarten und -auflösungen?

Ein großes Augenmerk bei Smartphones liegt auf dem Display. Der große Bildschirm ist im täglichen Gebrauch und sollte den Ansprüchen des Nutzers genügen. Bei der Auswahl von Smartphones stößt man aber schnell auf viele Fachbegriffe und kann schnell den Überblick verlieren, welche Art und welche Auflösung was bieten kann.

Auflösung eines Smartphone-Displays

Die Auflösung eines Displays gibt an, aus wie vielen Pixeln sich das Display zusammensetzt. Dabei werden die Pixel der Längsseite aufgelistet mal der Pixel der kurzen Seite (z. B. 1920 x 1080). Die unterschiedlichen Größen werden dann mit einem Namen wie HD, Full HD, Quad HD oder Ultra HD versehen.

Die Abkürzung ppi steht für pixels per inch, also wie viele Pixel pro Zoll in einem Display verarbeitet werden. Das menschliche Auge kann bei einem normalen Betrachtungsabstand ab 300 Pixeln pro Zoll keine einzelnen Pixel mehr erkennen.

HD

HD steht für High Definition und ist eine der gängigsten Abkürzungen, die man bei Displays kennen muss. Eine HD-Auflösung hat ein Smartphone-Display dann, wenn die schmalere Seite über 720 Pixel verfügt. So ein Display wird im Datenblatt auch oft mit 720p-Display abgekürzt. Früher hatte ein Bildschirm ein Seitenverhältnis von 16:9, was jedoch heutzutage eher selten auftritt. Die HD-Pixelanzahl geht aber noch auf dieses Seitenverhältnis zurück und verfügt dementsprechend über 1280 Pixel an der langen Seite.

HD+

Von HD+ wird gesprochen, wenn das Seitenverhältnis nicht 16:9 ist, sondern die Seite noch etwas länger ist, wie es heutzutage bei den meisten Smartphones der Fall ist. Hier findet man oft Displays mit 18:9-, 19:9- oder sogar 21:9-Seitenverhältnissen. Wenn die kürzere Seite dabei weiterhin über 720 Pixel verfügt, die Längsseite aber mehr als die 1280 Pixel, die es in einem 16:9-Format gibt, spricht man von HD+.

Full HD

Die Auflösung Full HD ist dann erreicht, wenn die kürzere Seite des Displays über 1080 Pixel verfügt. Es sind also 1,5-mal mehr Pixel entlang der kurzen Seite. Die längere Seite wird mit dem gleichen Faktor multipliziert und verfügt über 1920 Pixel. Wenn ein 16:9-Display also eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln verfügt, spricht man von einem Full-HD-Bildschirm.

Full HD+

Da auch Full-HD-Displays in Smartphones meist kein 16:9-Format haben, sondern etwas länger sind, wird die längere Seite mit mehr Pixeln bestückt. Damit bleibt die schmalere Seite bei 1080 Pixeln, die längere Seite kann dabei aber auch über 2000 Pixel aufweisen.

Quad HD (2K)

Als Quad HD bezeichnet man ein Display, das eine viermal höhere Auflösung hat als ein HD-Display. Die Pixel an jeder Seite werden verdoppelt und so fasst die kürzere Seite gleich 1440 Pixel und die längere Seite 2560 Pixel. Da die Pixelanzahl hier erstmals über 2.000 steigt, spricht man von dieser Auflösung bei Smartphones auch als 2K. Die Abkürzungen QHD und WQHD entsprechen ebenfalls dieser Pixelanzahl. Viele Flaggschiffe verfügen aktuell über ein Quad-HD-Display.

Quad HD+

Auch von der Quad-HD-Auflösung gibt es wieder eine Plus-Variante. Wie auch bei der HD- und Full-HD-Version bezieht sich das Plus auf die zusätzlichen Pixel an der Längsseite. Die Basisseite bleibt dabei aber wieder gleich bei 1440 Pixeln. Die längere Seite wird aber auf die entsprechende Größe gestreckt und erhält somit eine Zugabe an Pixeln.

Ultra HD (4K)

Ultra HD verfügt über eine Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln. Es entspricht der achtfachen Auflösung von HD. Bisher ist diese Auflösung bei Smartphones doch sehr selten und geht auch mit erhöhtem Stromverbrauch einher. Die einzigen Smartphone-Displays, die aktuell über eine Ultra-HD-Auflösung verfügen, wurden von Sony hergestellt. Unter anderem das Sony Xperia 1 kann mit so einem Display überzeugen.

Wie sinnvoll eine weitere Erhöhung der Pixeldichte bei Smartphones ist, sei dahingestellt, da das menschliche Auge eine höhere Pixeldichte als 800 ppi auch bei genauester Betrachtung kaum noch wahrnehmen kann.

Obwohl keiner der Werte der Ultra-HD-Auflösung über 4000 geht, wird diese Auflösung bei Smartphones als 4K bezeichnet.

Das Sony Xperia XZ2 mit 4K-Display

Displayarten von Smartphones

LCD

Ein LC-Display besteht aus vielen flüssigen Kristallen, die dem Display seinen Namen “Liquid Crystal Display” geben. Die Kristalle des Panels werden von der Rückseite erleuchtet, um alle Informationen richtig darzustellen. Dadurch kann es aber zu leichten Farbverzerrungen kommen. Diese Displays können vor allem bei hoher Lichteinstrahlung noch gute Ergebnisse liefern und aus allen Blickwinkeln gut erkannt werden.

TFT

Das TFT-Display ist eine Verbesserung des LC-Displays. Bei diesem “Thin Film Transistor”-Display kann jeder Pixel durch einen eigenen Transistor individuell angesprochen werden. Diese Displays können höhere Kontraste aufweisen, aber verfügen nicht über die gleiche Blickwinkelstabilität, die ein LC-Display bieten kann. Außerdem ist der Stromverbrauch eines TFT-Displays höher.

Das robuste Blackview BV9100 mit IPS-Display

IPS

IPS steht für In-Plane Switching und ist eine Displayart, die eine Weiterentwicklung des TFT-Displays ist. Sie funktionieren ähnlich wie die vorherigen Displays, doch sie sind heller und brauchen weniger Strom als ein TFT-Display.

Retina

Retina-Displays findet man in den meisten Apple-Produkten. Der Begriff Retina ist als Markenname eingetragen. Laut Apple haben diese Displays eine so hohe Punktdichte, dass das menschliche Auge keine Pixel mehr erkennen kann. Sie sind aber im Grunde auch IPS-LC-Displays und arbeiten mit flüssigen Kristallen in einer Matrix.

Das Apple iPhone 11 mit einem Retina-Display

OLED

Der große Unterschied von OLED-Displays zu LC-Displays ist, dass in OLED-Displays Pixel verbaut sind, die selbst leuchten. Man kann also auf die rückseitige Beleuchtung verzichten und hat somit auch keine Farbabweichungen. Sie sind dadurch, gerade bei der Wiedergabe von dunklen Bildern oder Videos, deutlich sparsamer als LC-Displays. Da sie keine Hintergrundbeleuchtung brauchen, können sie auch deutlich dünner gefertigt werden. Ihre Reaktionszeit ist außerdem deutlich schneller als die von LC-Displays.

Einer der wenigen Nachteile, die OLED-Displays mitbringen, ist die Anfälligkeit und somit auch die Lebensdauer. Bei Smartphones ist dies aber meist vernachlässigbar. In frühen Varianten kam es sogar zu einem sogenannten Einbrennen von Bildern, es haben also einige Pixel nicht mehr so stark geleuchtet wie vor langem Anzeigen eines Bildes.

AMOLED

Die meisten zuvor genannten Probleme von OLED-Displays wurden durch kontinuierliche Verbesserungen weitestgehend behoben. Es wurde eine aktive-Transistor-Matrix-Technologie hinzugefügt, mit der jeder Pixel einzeln angesteuert werden kann. Diese Displays haben weiterhin die gleichen Vorteile wie OLED-Displays.

Das Samsung Galaxy S10 Plus mit AMOLED-Display

Es gibt also eine breite Menge an Displays, aus denen man auswählen muss. Ob man sich für ein LCD oder ein AMOLED-Display entscheidet, bleibt jedem selbst überlassen. Wer auf satte Farben und ein tiefes schwarz setzt, sollte zu einem Smartphone mit AMOLED-Display greifen. Wer eher auf eine hohe Blickwinkelstabilität und originalgetreue Farben achten möchte, ist mit einem LC-Display gut beraten. Heutzutage können aber alle Arten von Displays hervorragende Ergebnisse liefern.

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